§14a EnWG und Easee Laderoboter: So funktioniert der steuerbare Lastabwurf

28.3.2025

Der Ausbau der Elektromobilität bringt neue Herausforderungen für die Stromnetze mit sich. Um die Netzstabilität trotz steigender Anzahl von Elektroautos zu gewährleisten, wurde der Paragraph 14a des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) novelliert. In diesem Artikel erklären wir, was es mit dem Lastabwurf auf sich hat und welche Möglichkeiten Easee Laderoboter bieten, um die Anforderungen zu erfüllen.

Was ist Paragraph 14a EnWG?

Der §14a EnWG erlaubt es Netzbetreibern seit 2011, steuerbare Verbrauchseinrichtungen wie Wallboxen bei Bedarf temporär herunterzuregulieren, um die Netzlast zu verringern. Seit der Novelle 2023 ist konkret geregelt, dass die Ladeleistung im Bedarfsfall auf mindestens 4,2 kW reduziert werden darf. Diese Regelung betrifft alle neuen steuerbaren Verbrauchseinrichtungen, wie z. B. Wallboxen für Elektrofahrzeuge.

Was bedeutet Lastabwurf?

Der Begriff "Lastabwurf" bezeichnet die gezielte Reduktion oder Abschaltung von elektrischen Verbrauchern durch den Netzbetreiber, wenn das Stromnetz überlastet ist. Dies erfolgt automatisch über zentrale oder dezentrale Steuerungen. Ziel ist es, eine Netzüberlastung zu vermeiden und die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Die Wallbox bleibt in einem Standby-Modus aktiv, sodass Funktionen wie Firmware-Updates oder Statusabfragen weiterhin möglich sind.

Wie kann eine Easee-Wallbox steuerbar gemacht werden?

Easee bietet zwei Optionen, um den Anforderungen des §14a gerecht zu werden: den Lastabwurf über einen Rundsteuerempfänger und den Lastabwurf via API. Beide Varianten setzen auf den Einsatz des "Easee Equalizer Amp", einem Modul, das als Schnittstelle zwischen Messsystem, Wallbox und Netzbetreiber dient.

Option 1: Lastabwurf über einen Rundsteuerempfänger

Bei dieser Variante erfolgt die Steuerung über ein physisches Signal, das vom Netzbetreiber über einen Rundsteuerempfänger oder eine sogenannte FNN-Steuerbox gesendet wird. Diese Steuereinheit wird mit einem potenzialfreien Kontakt an das Messsystem gekoppelt, welches die Information an den Easee Equalizer Amp weitergibt.

Sobald ein Signal zur Lastreduktion eingeht, setzt der Equalizer die Ladeleistung herab oder pausiert den Ladevorgang vollständig. Die Wallbox bleibt jedoch weiterhin in einem Standby-Modus aktiv, was bedeutet, dass sie digital erreichbar bleibt, etwa für Firmware-Updates oder die Statusabfrage durch den Nutzer.

Ein großer Vorteil dieser Lösung: Nach Beendigung der Lastspitzen erfolgt die Wiederaufnahme des Ladevorgangs automatisch und ohne erneute Autorisierung. Diese Lösung gilt als besonders stabil und netzfreundlich, da sie über etablierte Rundsteuerungssysteme der Netzbetreiber läuft.

Option 2: Lastabwurf via API

Die zweite Möglichkeit basiert auf einer digitalen Schnittstelle zur Steuerung des Ladevorgangs. Über die sogenannte API (Application Programming Interface) lässt sich der Easee Laderoboter intelligent mit einem übergeordneten Energie- oder Lastmanagementsystem verbinden.

Bei dieser Methode kann ein Energieversorger oder Smart-Home-System den Ladevorgang starten, pausieren oder die Leistung drosseln – je nach Bedarf und Netzlast. Die Kommunikation erfolgt in Echtzeit und erlaubt eine besonders dynamische Steuerung. Sobald das Lastsignal aufgehoben wird, lädt die Wallbox automatisch weiter, ohne dass ein Eingreifen des Nutzers notwendig ist.

Die API-basierte Steuerung eignet sich besonders für digitale Infrastrukturen, ist jedoch nicht bei allen Netzbetreibern anerkannt. Daher ist eine vorherige Abstimmung mit dem jeweiligen Versorger notwendig, um die Kompatibilität und Förderfähigkeit sicherzustellen.

Technische Umsetzung und Integration

Die Umsetzung des steuerbaren Lastabwurfs erfordert eine durchdachte Systemintegration. Neben der Hardware ist vor allem eine präzise Abstimmung der Komponenten entscheidend. Wichtig ist, dass die Steuerlogik – egal ob über Rundsteuerempfänger oder API – zuverlässig mit dem Easee-System kommuniziert. Hier empfiehlt es sich, bereits vor der Installation den zuständigen Netzbetreiber einzubinden und mit einem qualifizierten Installationsbetrieb zusammenzuarbeiten. Auch die Easee-Supportstruktur steht bei Bedarf unterstützend zur Verfügung.

Vorteile und Grenzen

Die Integration des Lastabwurfs macht die Easee-Wallbox zukunftssicher und förderfähig, da viele Programme ab 2024/2025 nur noch steuerbare Ladepunkte unterstützen. Zudem verbessert sie das Lastmanagement und hilft, Blackouts zu verhindern. Allerdings kann die Ladeleistung bei Netzengpässen zeitweise eingeschränkt sein. Nutzer sollten sich darauf einstellen und ihre Ladezeiten entsprechend anpassen.

Mehr über die Funktionsweise, Einrichtung und Vorteile des Equalizer-Moduls erfährst du auch in unserem Blogbeitrag über den Easee Equalizer.

Fazit

Mit dem §14a EnWG wird ein wichtiger Schritt in Richtung Netzstabilität und smarter Energienutzung gegangen. Die Easee Charge Modelle lassen sich dank Equalizer, kompatibler Messsysteme und flexibler Schnittstellen wie der API problemlos in dieses System integrieren. Wer heute eine Wallbox installiert, sollte unbedingt auf Steuerbarkeit achten – für maximale Zukunftssicherheit und mögliche Fördervorteile.

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