Was ist eine Ladekarte?

Kurze Erklärung:

Eine Ladekarte ist ein physisches Zugangsmedium, mit dem ein Elektroauto an einer Ladestation oder Wallbox zum Laden freigeschaltet werden kann. Sie dient der Authentifizierung, Nutzerzuordnung und je nach System auch der Abrechnung von Ladevorgängen.

Ausführliche Erklärung:

Eine Ladekarte wird im Bereich der E-Mobilität genutzt, um Ladepunkte kontrolliert freizugeben. Technisch basiert sie häufig auf RFID, also einer kontaktlosen Identifikation per Funk. Wird die Ladekarte an das Lesefeld einer Ladestation gehalten, prüft das System, ob die Karte für den jeweiligen Ladepunkt freigeschaltet ist. Ist die Berechtigung gültig, startet der Ladevorgang oder wird zur weiteren Auswahl freigegeben. Eine Ladekarte kann an öffentlichen Ladestationen, halböffentlichen Ladepunkten, Firmenstandorten oder privaten Wallboxen mit Zugangskontrolle eingesetzt werden.

In der Praxis ist die Ladekarte besonders dort relevant, wo mehrere Personen dieselbe Ladeinfrastruktur nutzen. Das betrifft zum Beispiel Mehrfamilienhäuser, Tiefgaragen, Firmenparkplätze, Flotten, Hotels oder Kundenparkplätze. Über eine Ladekarte können Ladevorgänge einzelnen Nutzern, Fahrzeugen oder Kostenstellen zugeordnet werden. Die Karte selbst bestimmt jedoch nicht die Ladeleistung in kW. Diese hängt weiterhin von der Wallbox, der Ladestation, dem Elektroauto, den Phasen, dem Stromnetz, dem Hausanschluss und gegebenenfalls einem Lastmanagement ab. Passende Identifikationsmedien und Zubehör können im Bereich Wallbox-Zubehör relevant sein.

Eine Ladekarte ist von einer eichrechtskonformen Abrechnung zu unterscheiden. Sie kann zwar einen Nutzer identifizieren und einen Ladevorgang einem Konto oder Profil zuordnen, ersetzt aber keine geeignete Mess- und Abrechnungsstruktur. Für eine verbrauchsbasierte Abrechnung können weitere Komponenten erforderlich sein, etwa ein geeigneter Zähler, ein Backend, transparente Messdaten und eine passende Dokumentation. Auch ein MID-Zähler ist nicht automatisch eichrechtskonform. Bei gewerblichen oder gemeinschaftlich genutzten Ladepunkten sollte deshalb geprüft werden, ob die Ladekarte nur der Freischaltung dient oder Teil eines umfassenden Abrechnungssystems ist. In Kombination mit einem Backend, RFID-Verwaltung oder Nutzergruppen kann die Ladekarte ein wichtiger Baustein moderner Ladeinfrastruktur sein.

Fakten im Überblick

  • Eine Ladekarte dient zur Freischaltung von Ladevorgängen an Wallboxen und Ladestationen.
  • Viele Ladekarten nutzen RFID zur kontaktlosen Identifikation.
  • Die Ladekarte beeinflusst nicht direkt die Ladeleistung in kW.
  • Bei mehreren Nutzern kann eine Ladekarte Ladevorgänge Personen, Fahrzeugen oder Kostenstellen zuordnen.
  • Eine Ladekarte allein ist keine eichrechtskonforme Abrechnung.
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