Was bedeutet Lastmanagement?

Kurze Erklärung:

Lastmanagement bezeichnet die gezielte Steuerung der Ladeleistung beim Laden von Elektroautos, damit eine Wallbox, Ladestation oder mehrere Ladepunkte den Hausanschluss und das Stromnetz nicht überlasten. Dabei wird die verfügbare Leistung in kW kontrolliert auf angeschlossene Fahrzeuge verteilt.

Ausführliche Erklärung:

Lastmanagement ist ein technisches Verfahren zur Regelung elektrischer Leistung innerhalb einer Ladeinfrastruktur. Im Kontext von E-Mobilität sorgt Lastmanagement dafür, dass eine Wallbox oder mehrere Ladestationen nur so viel Strom beziehen, wie am Hausanschluss sicher verfügbar ist. Besonders bei mehreren Ladepunkten kann die rechnerische Gesamtleistung deutlich höher sein als die tatsächlich bereitgestellte Anschlussleistung. Eine Anlage mit mehreren Wallboxen muss deshalb so geplant werden, dass Leitungen, Sicherungen, Phasen und Netzanschluss nicht dauerhaft überlastet werden.

Grundsätzlich wird zwischen statischem und dynamischem Lastmanagement unterschieden. Beim statischen Lastmanagement wird eine feste maximale Ladeleistung definiert, die alle Ladepunkte gemeinsam nicht überschreiten dürfen. Beim dynamischen Lastmanagement wird zusätzlich der aktuelle Stromverbrauch im Gebäude berücksichtigt. Wird beispielsweise im Gebäude mehr Strom benötigt, reduziert das System die Ladeleistung der Wallbox automatisch. Sinkt der Verbrauch, kann die Ladeleistung wieder steigen. Dadurch lässt sich vorhandene Anschlussleistung effizient nutzen, ohne den Hausanschluss unnötig groß auszulegen. Passende Systeme finden sich vor allem im Bereich Wallboxen und bei Ladeinfrastruktur für mehrere Nutzer, etwa in Wohnanlagen, Tiefgaragen oder Gewerbeobjekten.

Für die Praxis ist Lastmanagement besonders relevant, wenn mehrere Elektroautos gleichzeitig laden oder wenn eine höhere Ladeleistung vorgesehen ist. Eine 11-kW-Wallbox ist in Deutschland beim Netzbetreiber anzumelden; Ladeeinrichtungen mit mehr als 11 kW beziehungsweise mehr als 12 kVA benötigen vor der Inbetriebnahme die Zustimmung des Netzbetreibers. Bei dreiphasigem Laden verteilt sich die elektrische Leistung auf drei Phasen, während einphasiges Laden unter bestimmten Bedingungen zu Schieflasten führen kann. Deshalb gehören Planung, Installation und Prüfung der Ladeinfrastruktur in die Verantwortung einer qualifizierten Elektrofachkraft. Für Mehrfamilienhäuser oder Tiefgaragen kann Lastmanagement ein zentraler Bestandteil der technischen Auslegung sein, etwa bei Wallboxen für Mehrfamilienhäuser.

Fakten im Überblick

  • Lastmanagement steuert die Ladeleistung von Wallboxen und Ladestationen innerhalb verfügbarer Anschlussleistung.
  • Dynamisches Lastmanagement berücksichtigt den aktuellen Stromverbrauch am Hausanschluss.
  • Die Ladeleistung wird in kW angegeben und hängt von Fahrzeug, Wallbox, Phasen und Installation ab.
  • 11-kW-Wallboxen sind beim Netzbetreiber anzumelden; Ladeeinrichtungen über 11 kW benötigen dessen Zustimmung.
  • Lastmanagement ist besonders wichtig bei mehreren Ladepunkten, Mehrfamilienhäusern, Tiefgaragen und gewerblichen Standorten.
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